Freitag, 11. Mai 2012

Löwenzahn, Löwenzahn....

Der Löwenzahn und ein Plätzchen im Garten der Domaine Les Juliannes im Mai 2012. Und schon wieder am Blühen: 

Und ein essay:
Augenblicke in der Natur 
Der Löwenzahn 

Eigentlich: Die Löwenzähne. Hat ja mehrere. Gezackte Blätter laden zum Fressen ein. Die Pferde. Nehmen sich auch den Blütenkopf. Und ich? Ich esse die Blättchen. Innen. Die sind im Frühjahr nur leicht bitter. 
Grün. Weißer Pflanzensaft bis in die Wurzel. Gold. Nicht in Unzen. Nicht in Barren. Gold. Natürlich. Gold mit Grün. Goldene Sonne in grünem Fonds. Ode auf grüner Wiese. Salat. Gemüse. Tee. Bitter wie Galle. Genau. Da wirkt er. Der Löwenzahn. Reißt den Rachen auf und kämpft. Für die Gesundheit. Zuviel isst man davon nicht. Wegen der Bitterstoffe. So wehrt man Fraßfeinde ab. 
Auch Menschen. Seine Blüten bereichern die Felder und Gärten. Und Wege. Seine Samen fliegen so leicht und so weit. Lassen sich tragen vom Schicksal. Fügung. Irgendwo komme ich an. Keine Probleme mit den Nachkommen. Der Löwenzahn wächst. 
Goldige Köpfchen wiegen sich träge im Wind. 
Bitter. 

Sonntag, 29. April 2012

Knoblauch und andere Frühlingszutaten

Da ist er: der wilde Konblauch aus den Monts-de-Lacaune in Südfrankreich. Aus dem Garten von Les Juliannes frisch...
in Olivenöl angedünstet, mit jungen Kartoffeln, Schafskäse... - und Rotwein.
Immer wieder die Vielfalt genießen, die Rezepte liefert die Intuition, die Zutaten kommen wie im Fluge hinzu....



Der Garten lockt, die Blüten locken die Insekten an...
Der Regen bringt Klarheit, reinigt, die Sicht ist weit in die Monts-de-Lacaune hinein und zu den (schneebedeckten) Pyrenäen-Gipfeln. Wolken tummeln sich am Horizont und beleben die Himmelslandschaft... (ich liebe "Blau").
nach dem Regen erscheint die Sonne, beleuchtet die Kastanie und den Park...
weit ist die Sicht, unendlich... Sehnen...
Ein bisschen südliches Licht...

Dienstag, 17. April 2012

Blühende Vielfalt in der Domaine Les Juliannes

Es blüht. Und summt. Nach dem starken Regen-Intermezzo lacht nun wieder die Sonne. Und wie.




Die Insekten stürzen sich auf die Blüten, ich laufe barfuss und die Vögel singen ihr Lied dazu...
Die Apfelblüte kommt nun zu den strahlenden Kirschblüten hinzu- hier eine Wildkirschenblüte am Waldsaum mit Blick zum Waldhaus und Garten
Auch die wundervollen Lilien, die rund ums Haus und am Pool gedeihen, recken sich nach dem wärmenden Licht...

Samstag, 7. April 2012

Permakultur-Garten in der Domaine Les Juliannes


Aus einem vorher herkömmlich bewirtschafteten, mit in Reih- und Glied gepflanzten Monokultur-Beständen und der weitgehenden Abwesenheit von Wildkräutern wird nun, wir schreiben den April 2012, ein Stückchen natürliche Pflanzengemeinschaft, also Permakultur oder „Bio-Diversité“, wie die Franzosen das nennen.
 Im Bild Kirschbäumchen, Erdbeeren, Eiche...
Im Bild der rosa Knoblauch von Lautrec, Vogelmiere...

Die Vielfalt, der Artenreichtum, die Akzeptanz dessen, was hier gerne wachsen, leben, kriechen, fliegen… möchte (mit kleinen Einschränkungen, so lasse ich der Familie der Kreuzkrautgewächse wenig Raum), macht den Reiz der permakulturellen Bewirtschaftung aus; wobei das Wort „Bewirtschaftung“ schon wieder nach „Ertrag um jeden Preis“ klingt.
Da liegt denn auch der Unterschied mit einer respektvollen Nutzung des Terrains, unter Berücksichtigung aller Lebewesen; es gibt nichts Schlechtes, jeder, der sich hier wohlfühlt, hat ein Recht, hier zu sein, und bereichert ein Stückchen Natur mit seiner Besonderheit. Dieses „wilde“ Gedeihen und Wachstum-  darin liegt meines Erachtens gerade auch die Schönheit der Natur.
Im letzten Jahr hatten wir eine extreme Lauspopulation, allerdings auch sehr viele Marienkäfer. In diesem Jahr versuche ich, verstärkt Pflanzen anzusiedeln, auszusamen, die von den Läusen nicht gemocht werden und die natürlich auch in die regionale Flora passen.

 Im Bild Lupine

So wird der Permakultur-Garten (in dem Zusammenhang kann ich das Buch von Sepp-Holzer „Permakultur“, Leopold-Stocker-Verlag) absolut empfehlen, eine Symbiose von Gespür, natürlichen Gegebenheiten, jahreszeitlicher Anpassung und Beobachtung. Ich hatte das „Glück“, bereits in Rheinhessen, wo ich vorher lebte, aus einigen öden, verdichteten Parzellen, lebendige Naturschönheiten entwickeln zu dürfen, eine jahrelange Aufgabe, die ich jedoch mit dem entsprechenden Gefühl, Ausdauer sowie auch „Erfahrungen“ mit Leidenschaft und Hingabe zuwege gebracht habe.
 Im Bild Blutzwetschgenbäumchen vor unserem Waldhaus
 Kastanienblüte vor der Domaine Les Juliannes
 Kirschblüten

 ...und aus der Mitte entspringt ein neuer Trieb, ein wundervolles Zeichen der Natur, das ich so im letzten Jahr nicht beobachten konnte; nun, ich habe mit jedem Baum gesprochen, ihn "gepflegt" und einige der Bäume erwachen, so scheint es, aus einer längeren Phase der "Lethargie"...

Mittwoch, 28. März 2012

Permakultur in der Domaine Les Juliannes


Welchen Reichtum bieten Flora & Fauna?


Die Domaine Les Juliannes besitzt 80 Hektar Land,  weitgehend naturbelassene Wälder (ca. 55 ha) und Wiesen (ca. 25 ha), kleinere Felsgruppen aus Schiefer/Quarzgestein sind ebenso vorhanden. Die Wälder bestehen aus Eichen, Kiefern, Fichten, Akazien, Eschen, Buchen, Edelkastanien (Maronen), Stechpalmen, Buchsbäumen und Linden. Der Artenreichtum der Naturwiesen mit den zahlreichen Wild-Gesundheitskräutern ist auch auf die unverdichteten und unbehandelten (kein chemischer Dünger etc.) Flächen zurückzuführen.
Eine leichte bis mittlere Hanglage verhindert Staunässe. Es sind mehrere Quellen vorhanden; zwei Quellaustritte, eine als rd. 10 m tiefer Natursteinbrunnen gefasst und eine im Wald liegende Quelle, wahrscheinlich artesisch. Aufgrund der Feuchtigkeits- und Pflanzenansammlung in bestimmten Bereichen, sowie geomantischen Gesichtspunkten, gibt es weitere Quellen.
Das Grundstück von Les Juliannes wird auf 2 Seiten von wildfliessenden, ganzjährig wasserführenden Bächen/Flüsschen umflossen.
Die leicht und teilweise terrassierte Hanglage, welche auf sehr alte Kultivierung schließen lässt, bietet die Möglichkeit der Anlage von Streuobstwiesen und weiteren (Hecken) Sträuchern für Vögel, Insekten und zur Nutzung für den Menschen.
An „nutzbaren“ Sträuchern gibt es jetzt: Holunder, Brombeeren, Vogelbeere, Weißdorn, Kornelkirsche, Haselnuss, Hagebutte u.a.
Die Pilze als Wachstumsförderer für Bäume sind mit einer Vielzahl von Arten vertreten; je nach Feuchtigkeitseintrag im Jahr ist eine interessante Ernte zu erwarten.
Die Wild-Gesundheitskräuter, die wir bis jetzt feststellen konnten, sind:
Thymian, Walderdbeere, Brenn-Taub-Goldnessel, Schabockskraut, Hirtentäschel, Gundermann, Ehrenpreis, Löwenzahn, Nachtkerze, Königskerze, Gänseblümchen, Knoblauchrauke, Knoblauch, Veilchen, wildes Stiefmütterchen, mehrere Minzarten, Pimpinelle, Malve, Lein, Schafgarbe, Knöterich, Fetthenne, Margerite, Glockenblume, Mehlbeere, Vogelmiere, Johanniskraut, Roter Wiesenklee, Mispel, Schlehe, Wacholder, Braunelle, Goldrute, Klettenlabkraut, Breit-Spitzwegerich, Tellerkraut, Wilder Wein, Fingerkraut, Hundsrose/Hagebutte, Ackersenf, Eisenkraut, diverse Disteln, Wiesen-Witwenblume, Wegwarte, Ferkelkraut, Schöllkraut, Wicke, Nelkenwurz, wilde Möhre…
Im vorher „herkömmlich“ bewirtschafteten Garten, auf rd. 1000 m², finden wir Salbei, Petersilie, Kohl, Mangold, Sellerie, sich selbst aussääend...
Wir haben nun Johannisbeeren, Erdbeeren (nahe dem kleinen Wildbestand), Blutzwetschge (ein kleiner Baum als Wild-mitbringsel aus Deutschland) Himbeeren, Koriander, Rucola sowie Wildpflanzensamen aus der Region in den Garten gebracht. Nicht zu vergessen die Tomaten, Chilis, Zucchini, Kürbisse…- Stecklinge von vorhandenen Bäumen, Sträuchern in die fruchtbare Erde gepflanzt, mit unserer Energie und EM- die Saat geht auf.
Versuchsweise werden angebaut: Cistrose, Himbeere, Gojibeere, Hanf, Lavendel.
Der Honig, den (wilde)Bienenvölker liefern, ist als Bereicherung des gesundheitlichen Speiseplanes ebenso zu sehen, wie als elementarer Beitrag zur Arterhaltung von Pflanze und Tier.
Es gilt, den Garten, die Natur zu beobachten und Schlüsse zu ziehen: Wo pflanze ich was in welcher Gemeinschaft; wo ist bereits eine „Familie“, der ich helfen kann, sich auszubreiten. Welche Nützlinge an Tieren, Insekten gibt es?
Klein-Klimazonen, in Form von Nischen, Erhebungen, Waldsäumen, Felsen, geschichteten Steinen sind reichlich vorhanden. Mehrere Teiche werden wir anlegen.
Das gesamte Dachpotential von Les Juliannes beträgt rd. 2.500 m² incl. der Reithalle. Das nutzen wir mit Zisternen, Rückhaltebecken (Teichen) und Wasserläufen für Pflanze, Tier und Mensch.
So beginnt die „Permakultur“, respektvolle, nachhaltige Nutzung der natürlichen Gegebenheiten unter dem Kontext der Arterhaltung- und Verbreitung, der Symbiose von Pflanze, Tier und Mensch – sowie dem Universum.

Demnächst mehr – en detail.

Dienstag, 27. März 2012

Essay "Frühlingsveilchen"




Ralf Wendling

Essay

Augenblicke in der Natur

Frühlingsveilchen
Ich lasse mich verführen. Die Farben- der Duft. Ein zart-violettes Meer kleiner Pflanzenwesen. In den Schein der untergehenden Sonne getaucht. Freundlich nickend. Offen. Tanzend?
Während der fröhliche Reigen hier in der Domaine Les Juliannes, von der Märzsonne des Jahres 2012 zur Lebensfreude animiert, lichtvolle Kapriolen schlägt, fällt es auch leicht, das augenblicklich „ewigwährende“ Untergangsszenario der längst überholten Machtstrukturen zu verdauen. Ich pirsche durch die Veilchenfamilie und weiß, dass sie empört aufschreien, wenn ich eines touchiere. Deshalb: Vorsicht! Ein wenig Respekt vor einer immer weiter zurückgedrängten Umwelt schadet nicht. Mit der Leichtigkeit meines Seins sind Achtung und Akzeptanz für diese Umgebung die Schwingung schlechthin. Riechen, sinnen, schmecken, sich verlieren… - so frei, so virtuos wirken diese Geschöpfe auf mich – was gibt es an Worten, aneinandergereihten Buchstaben, die das Gefühl auszudrücken vermögen.
Worte, Buchstaben? - Die Veilchen interessiert das nicht. Sie wiegen sich leise im Wind. Ihr betörender Duft, so aromatisch-pfeffrig, lässt Appetit aufkommen. Ich fühle allerdings auch die Warnung:“ Iß nicht zu viel, das verdirbt Dir den Geschmack.“ Also zupfe ich ein paar Blättchen – die Zunge spürt: „Oh ja, ein Aperitif der seltenen Art…“ – doch auch nicht mehr. Das sehen die Hummeln anders.
Ihr Diner heißt wohl Veilchennektar. Nun ja, die Zeit der kleinen Wesen währt nicht ewig. Der Genuss ist begrenzt. Die Natur hat ihre „Zyklen“. Die abwechslungsreiche Saison des Lebens.
So ist die Natur. Schert sich nicht um Klimaveränderung, Angst, Sorgen, Mangel… . Sie hat. Und sie gibt. Jedem. Irgendetwas ist immer da. Zum Genießen, zum Leben, zum Schmunzeln.
So wie in diesem Moment die Veilchen.
Ein schöner Augenblick.

Sonntag, 11. März 2012